Aufräumungsarbeiten nach Hochwasserkatastrophe

2. Einsatz am Freitag, dem 16. August 2002 3. Einsatz vom Sonntag, dem 18. August 2002

1. Einsatz vom Sonntag, dem 11. August 2002

Gruppe: BI Kdt. Gerhard Stopfer
HBM Kdtstv. Josef Wenzl
VM Markus Hainzl
LM Thomas Roch
HFM Franz Fischer
OFM Stopfer Alexander
FM Gottfried Fischer
FM Stopfer Martina
FM Johann Roch 

Samstag, 10. August 2002, nachmittags:

Im Laufe des Samstages, 10.08.2002, wurde Kdt. BI Gerhard Stopfer telefonisch über einen bevorstehenden Hilfseinsatz bezüglich der Hochwasserkatastrophe informiert. Daraufhin bemühte er sich, zumindest eine Gruppe für Sonntag, 11.08.2002, in den Hilfseinsatz entsenden zu können, welche sich aus den oben genannten Personen zusammensetzte!

Sonntag, 11. August 2002

4:15 Uhr: Geplanter Treffpunkt für die Feuerwehren des Unterabschnittes Ziersdorf beim Feuerwehrhaus Großmeiseldorf. Nach und nach treffen die Feuerwehren Ziersorf, Rohrbach und Glaubendorf  beim FF-Haus in Großmeiseldorf ein. Außerdem noch die Feuerwehr Hohenwarth (Unterabschnitt Ravelsbach) sowie Seefeld-Kadolz, Hadres und einige weitere Feuerwehren!

4:30 Uhr: Insgesamt setzen sich 15 Fahrzeuge aus dem 1. FuB-Zug sowie dem Katastrophenhilfsdienst (KHD) in Richtung des wahrscheinlichen Einsatzortes Hadersdorf/Kamp in Bewegung.Als taktisches Rufzeichen erhalten wir die Bezeichnung 5. Pumpe 1/7.

7:00 Uhr: Wie sich in der Zwischenzeit herausgestellt hat, wurde Haderskamp/Kamp gesperrt. Grund dafür ist von Statikern bestätigte erhebliche Einsturzgefahr bei mehreren Wohnhäusern. Einige sind angeblich schon eingestürzt. Daraufhin setzen wir uns zu unseren neuen Einsatzort Plank am Kamp in Bewegung. Auf der Fahrt dorthin sehen wir die verschiedenen Schäden, die durch das Hochwasser angerichtet wurden: Weingärten wurden umgeschwemmt, Felder sind verschlammt, Gleisanlagen unterspült und bei einer Eisenbahnbrücke nahe Plank/Kamp fehlt der ganze Bahndamm auf eine Länge von mind. 10 m (Höhe ca. 3 – 4 m)! Die nahe beim Kamp gelegenen Häuser standen (anhand der nassen Wände zu sehen) bis zum Fensterbrett unter Wasser!

8:00 Uhr: Die Feuerwehren Ziersdorf, Rohrbach, Glaubendorf, Hohenwarth und Großmeiseldorf bekommen als Einsatzobjekt ein altes Mühlengebäude, in dem ein kleines Kraftwerk und Ferienwohnungen untergebracht sind, zugewiesen!
Gemeinsam mit der FF Hohenwarth räumten wir zwei Überfahrten, die über den einstigen Mühlbach führten. Eine der Überfahrten wurde durch das Hochwasser angehoben und auf die andere geschwemmt, sodaß auch jene geräumt werden mußte! Der Mühlbach ist komplett mit Sand und Schotter angeschwemmt.
Die Feuerwehr Ziersdorf versucht inzwischen mittels RLFA einen versunkenen Bagger aus dem Schlamm zu ziehen, was Ihnen nach anfänglichen Schwierigkeiten auch gelingt.
 

Nachdem die beiden Brücken geräumt waren, erhielt die Feuerwehr Großmeiseldorf den Befehl, einen Dieseltank (1000 l) aus einem Nebenarm des Kamp zu bergen. Als Hilfsmittel wurden dabei eine Rettungsleine und eine Arbeitsleine der Feuerwehr Großmeiseldorf sowie ein Flaschenzug des Hausherrn benötigt! Der Tank war noch ca. halb voll und der Inhalt ergoß sich in den Nebenarm. Der Tank wurde mittels Greifzug in eine stabile Lage gebracht, abgedichtet und mit einem Seil abgesichert. Das andere Seil benötigten wir um den Greifzug daran einzuhängen. Als wir mit vereinten Kräften den Tank ins Trockene gebracht hatten, stellten wir den Tank auf und lehnten ihn an einen Baum. Dafür mußte der Greifzug erneut ummontiert  und auf einem Ast eines nahen Baumes befestigt werden! Anschließend halfen wir noch der Feuerwehr Rohrbach bei der Bergung eines Tretbootes aus dem gleichen Nebenarm. 

Nach der Verpflegung im FF-Haus Plank/Kamp durch das Bundesheer erhielten die Wehren Glaubendorf, Hohenwarth, Rohrbach und Großmeiseldorf den Auftrag den eingedrungenen Schlamm aus einigen Kellerräumen zu beseitigen. Dies gestaltete sich etwas mühevoll, denn zuerst mußten wir diese Räume ausräumen. Als wir auch diese Arbeit beendet hatten, halfen wir noch angeschwemmtes Treibholz und umgestürzte Bäume aus dem Kamp zu bergen. Zwischendurch fischte HBM Josef Wenzl noch zahlreiche Kanister und Lackdosen aus dem Nebenarm des Kamps.

Ca. 16:00 Uhr: Da es wieder stärker zu regnen beginnt und die Arbeiten, mit denen wir betraut wurden, erledigt sind, erhalten die wir den Befehl ins Feuerwehrhaus Plank einzurücken und uns bis 17:30 Uhr in Bereitschaft zu halten!

17:30 Uhr: Brandrat Josef Nestreba (Abschnittskommandant des Abschnitts Ravelsbach) und der örtliche Kommandant (OBI Dantinger) bedanken sich bei der Feuerwehr Großmeiseldorf für den Hilfseinsatz in Plank/Kamp. Von Brandrat Nestreba erfahren wir, daß wir wahrscheinlich am Dienstag, 13. August 2002 nochmals für Aufräumungsarbeiten im Überschwemmungsgebiet benötigt werden. Danach wünscht er uns eine gute Heimfahrt und Gut Wehr!

Ca. 18:30 Uhr: Ankunft im Feuerwehrhaus Großmeiseldorf und Herstellen der Einsatzbereitschaft!

Kdt. Gerhard Stopfer bedankt sich nochmals für die Mitarbeit und bittet diejenigen, die Zeit haben, sich am Dienstag wieder beim Hilfeinsatz zu beteiligen!

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2. Einsatz am Freitag, dem 16. August 2002

Gruppe: HBM Kdtstv. Josef Wenzl
BM Josef Fischer
FM Roman Fischer
FM Gottfried Fischer
FM Stopfer Martina

Donnerstag, 15. August 2002, abends:

Donnerstag abend wurde die Feuerwehr Großmeiseldorf erneut über einen bevorstehenden Einsatz im Hochwassergebiet informiert. Es werden 5 Mitglieder der FF Großmeiseldorf benötigt, welche mit der FF Dippersdorf zusammenarbeiten.

Freitag, 16. August 2002 

4:15 Uhr: Geplanter Treffpunkt für die eingesetzten Feuerwehren des 3. Zugs des Katastrophenhilfsdienstes bei der alten Tankstelle nach Hohenwarth. 

4:30 Uhr: Insgesamt setzen sich 11 Fahrzeuge aus dem 3. Zug des Katastrophenhilfsdienstes (KHD) in Richtung des Einsatzortes Spitz/Donau in Bewegung. Eingesetzt sind diesmal unter anderem auch noch die Feuerwehren aus Großwetzdorf, Ravelsbach, Hohenwarth und Ziersdorf

7:45 Uhr: Nach langer Fahrt über das Waldviertel (direkte Verbindung über Krems selbst für Einsatzfahrzeuge gesperrt, daher müssen wir über Gföhl ausweichen) treffen wir um 7:45  Uhr in Spitz an der Donau ein.

8:00 Uhr: Die Feuerwehren werden in verschiedene Planquadrate aufgeteilt, wobei die Feuerwehren Großmeiseldorf und Dippersdorf in einen Bereich kommen, wobei die Hauptarbeit bei Keller auspumpen und Straßenreinigung liegt. 

Als wir beim Einsatzobjekt anlangen, steht noch fast das gesamte Kellergeschoß unter Wasser. Bis zur Decke sind nur noch ca. 20 cm frei (insgesamt stand das Haus noch 1,5 m tiefer im Wasser). Gemeinsam mit der FF Dippersdorf pumpten wir den Keller aus. Wie groß der Keller ist, merkt man erst dadurch, dass die TS (=Tragkraftspritze) den ganzen Vormittag im Dauereinsatz ist! Mit dem Wasser das ausgepumpt wurde, werden die umliegenden Straßen gereinigt, sowie eine Fußgängerunterführung vom Schlamm befreit!  Noch vor dem Mittagessen konnte der gesamte Keller leergepumpt werden! 

Wie angespannt die Lage im Hochwassergebiet ist erkennt man an folgender Situation: Vormittag fahren Lautsprecherwagen der Gendarmerie durch Spitz und fordern die Bevölkerung auf, Trinkwasser vor dem Genuß abzukochen!

Als wir vom Mittagessen im Hotel Mariandl (die Feuerwehren waren deswegen im Hotel Mariandl, weil es das einzige Hotel oder Gasthof ist, das vom Hochwasser verschont wurde) zurückkommen, hat sich im Keller des Wohnhauses schon wieder eine größere Menge Wasser gesammelt. Der Grund dafür ist der Grundwasserspiegel, der etwas höher als der Keller liegt. Nachdem wir das angesammelte Wasser wieder ausgepumpt haben, helfen wir noch den Keller fertig auszuräumen, verstauten das verwendete Gerät und fragten um ein neues Einsatzgebiet bei unserem Kommando 03/07 an!

Als neues Einsatzobekt bekommen wir das Gasthof „Zum goldenen Schiff“ zugewiesen. Gemeinsam mit einigen freiwilligen Helfern räumen wir den Müllplatz von 10 – 15 cm Schlamm. Der Schlamm wird auf den Parkplatz geleert, von wo er mit Traktoren mit Kippmulden und Frontladern direkt in die Donau geschoben wird.

Der restliche Nachmittag vergeht mit Straßenreinigung, wobei ein baldiges Ende der Aufräumarbeiten nicht in Sicht ist. Auf den Straßen im Ortskern von Spitz liegt knapp 20 cm hoch Schlamm, obwohl zahlreiche Traktoren auf etliche Lastwägen Schlamm aufladen, welcher in die Donau gekippt wird. Durch die Kanäle kann nichts mehr abrinnen, diese sind durch und durch mit Schlamm verstopft! 

17:30 Uhr: Immer wieder beginnt es zu regnen! Ein plötzlicher einsetzender Regenschauer zwingt uns zu einer kurzen Zwangspause, welche wir für eine kurze Stärkung nützen! Die Versorgung der Bevölkerung, der Feuerwehren und sonstigen Hilfskräfte funktioniert hervorragend!

18:00 Uhr bis 19:00 Uhr: Die eingesetzten Feuerwehren des 3. Zuges der 7. Bereitschaft des Katastrophenhilfsdienstes treffen nacheinander am Sammelplatz an der B3 beim Ortsbeginn von Spitz ein, von wo wir gemeinsam nach Krems fahren, wo die Fahrzeuge aufgetankt werden. Die Rückfahrt verläuft entlang der Donau, wobei einzelne Streckenabschnitte schon von den Schlammmassen gesäubert sind. Für den Privatverkehr ist die Strecke allerdings immer noch gesperrt!

20:30 Uhr: Ankunft im Feuerwehrhaus Großmeiseldorf und herstellen der Einsatzbereitschaft für den nächsten Hilfseinsatz im Hochwassergebiet!

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3. Einsatz vom Sonntag, dem 18. August 2002

Gruppe: OFM Stopfer Alexander
FM Gottfried Fischer
FM Johann Roch 

Samstag, 17. August 2002, abends: 

Samstag abend wurde die Feuerwehr Großmeiseldorf erneut für Aufräumarbeiten im Hochwassergebiet angefordert. Benötigt werden diesmal lediglich 3 Mann für Pumparbeiten!

Sonntag, 18. August 2002 

5:00 Uhr: Treffpunkt für unsere Feuerwehrmitglieder im Feuerwehrhaus Großmeiseldorf und Abfahrt zum geplanten Treffpunkt für die eingesetzten Feuerwehren des 3. Zugs des Katastrophenhilfsdienstes beim Gasthof Theurer in Glaubendorf!

5:45 Uhr: Nachdem alle Feuerwehren eingetroffen sind, erfolgt die geschlossene Abfahrt in Richtung unseres Einsatzortes Frauendorf in der Au. Insgesamt setzen sich 16 Fahrzeuge aus dem 3. Zug des Katastrophenhilfsdienstes (KHD) in Richtung des Einsatzortes in Bewegung. Darunter befinden sich jeweils ein Fahrzeug der Feuerwehren aus Rohrbach, Ziersdorf, Kiblitz, Hohenwarth, Fahndorf, Radlbrunn, Mühlbach, Thern und Maissau sowie einiger weiterer Wehren!  

Als wir von Absdorf in Richtung Bierbaum fahren, sehen wir die ersten Ausläufer des Hochwassers. Seitlich der Straße stehen auf den Feldern riesige Wasserflächen, die nicht mehr versickern können.

7:00 Uhr: Arbeitsbeginn kurz nach der Ortschaft Frauendorf in der Au!
Aufgabe: Abpumpen einer Seenlandschaft , des sogenannten „Neusiedler-Sees“ (kein Scherz – der hieß wirklich so), zwecks Senkung des Grundwasserspiegels in den Ortschaften Bierbaum/Kleebühl und Frauendorf in der Au. Dieser „See“ stellt alles bisher gesehene in den Schatten!

Benötigtes Material:               TS, Tauchpumpe
                                               4 A-Schläuche (=Sauger)
                                               3 B-Schläuche
                                               Verteiler
                                               Sammelstück
                                               Schiebeleiter

Es wurde eine Transportleitung aufgebaut und das Wasser mittels Leiter direkt über die S5 in ein angrenzendes Feldstück gepumpt. Von dort hatte sich das „stehende“ Wasser schon eine Abflußmöglichkeit gesucht, einen Damm unterspült und floß direkt in die in der Nähe befindliche Au!
Insgesamt arbeiteten wir mit 15 Tragkraftspritzen und einigen Tauchpumpen an der Verringerung der Wassermassen, welche den ganzen Tag ohne nennenswerte Unterbrechung liefen! Ab und zu mußte lediglich nachgetankt oder der Saugkorb von Blättern und Gras gesäubert werden!

18:30 Uhr: Ende der Pumparbeiten für den heutigen Tag! Wie wir nachmessen, fiel der Wasserstand während des Tages um ca. 20 cm. Eine kleine Fläche konnte freigelegt werden! An einer der tieferen Stellen wurde noch eine Wassertiefe von ca. 1,50 m gemessen!!! 

19:00 Uhr: Die eingesetzten Feuerwehren fahren zu einer Tankstelle in Absdorf und tanken die Autos sowie die Tragkraftspritzen auf. Anschließend Abendessen im Feuerwehrhaus Bierbaum/Kleebühl.

20:15 – 21.15 Uhr: Ankunft im Feuerwehrhaus Großmeiseldorf, abschließende Reinigung der verwendeten Geräte und herstellen der Einsatzbereitschaft!

Kleine Zahlenspielerei zum Abschluß:

15 TS + Tauchpumpen haben eine gesamte Wasserfördermenge von ca. 30.000 l /min.
 Ergibt eine Wassermenge von 1.800.000 l / Stunde
11 Stunden waren wir im Einsatz und beförderten insgesamt
Wasser, was einer Menge von 19.800 m³ entspricht.
19.800.000 l

In der Hoffnung, dass die nächste Katastrophe noch weit entfernt ist und
im Bemühen stets zu helfen verbleibt
 

Die  Freiwillige  Feuerwehr Großmeiseldorf

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