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Aufräumungsarbeiten nach Hochwasserkatastrophe
1.
Einsatz vom Sonntag, dem 11. August 2002
Samstag,
10. August 2002, nachmittags: Im Laufe des Samstages, 10.08.2002, wurde Kdt. BI Gerhard Stopfer telefonisch über einen bevorstehenden Hilfseinsatz bezüglich der Hochwasserkatastrophe informiert. Daraufhin bemühte er sich, zumindest eine Gruppe für Sonntag, 11.08.2002, in den Hilfseinsatz entsenden zu können, welche sich aus den oben genannten Personen zusammensetzte! Sonntag, 11. August 20024:15 Uhr: Geplanter Treffpunkt für die Feuerwehren des Unterabschnittes Ziersdorf beim Feuerwehrhaus Großmeiseldorf. Nach und nach treffen die Feuerwehren Ziersorf, Rohrbach und Glaubendorf beim FF-Haus in Großmeiseldorf ein. Außerdem noch die Feuerwehr Hohenwarth (Unterabschnitt Ravelsbach) sowie Seefeld-Kadolz, Hadres und einige weitere Feuerwehren! 4:30 Uhr: Insgesamt setzen sich 15 Fahrzeuge aus dem 1. FuB-Zug sowie dem Katastrophenhilfsdienst (KHD) in Richtung des wahrscheinlichen Einsatzortes Hadersdorf/Kamp in Bewegung.Als taktisches Rufzeichen erhalten wir die Bezeichnung 5. Pumpe 1/7. 7:00 Uhr: Wie sich in der Zwischenzeit herausgestellt hat, wurde Haderskamp/Kamp gesperrt. Grund dafür ist von Statikern bestätigte erhebliche Einsturzgefahr bei mehreren Wohnhäusern. Einige sind angeblich schon eingestürzt. Daraufhin setzen wir uns zu unseren neuen Einsatzort Plank am Kamp in Bewegung. Auf der Fahrt dorthin sehen wir die verschiedenen Schäden, die durch das Hochwasser angerichtet wurden: Weingärten wurden umgeschwemmt, Felder sind verschlammt, Gleisanlagen unterspült und bei einer Eisenbahnbrücke nahe Plank/Kamp fehlt der ganze Bahndamm auf eine Länge von mind. 10 m (Höhe ca. 3 – 4 m)! Die nahe beim Kamp gelegenen Häuser standen (anhand der nassen Wände zu sehen) bis zum Fensterbrett unter Wasser! 8:00
Uhr: Die Feuerwehren Ziersdorf,
Rohrbach, Glaubendorf, Hohenwarth und Großmeiseldorf bekommen als Einsatzobjekt
ein altes Mühlengebäude, in dem ein kleines Kraftwerk und Ferienwohnungen
untergebracht sind, zugewiesen! Nachdem die beiden Brücken geräumt
waren, erhielt die Feuerwehr Großmeiseldorf den Befehl, einen
Dieseltank (1000 l) aus einem Nebenarm des Kamp zu bergen. Als Hilfsmittel wurden dabei eine Rettungsleine und eine
Arbeitsleine der Feuerwehr Großmeiseldorf sowie ein Flaschenzug des Hausherrn
benötigt! Der Tank war noch ca. halb voll und der Inhalt ergoß sich in den
Nebenarm. Der Tank wurde mittels Greifzug in eine stabile Lage gebracht, abgedichtet
und mit einem Seil abgesichert. Das andere Seil benötigten wir um den Greifzug
daran einzuhängen. Als wir mit vereinten Kräften den Tank ins Trockene
gebracht hatten, stellten wir den Tank auf und lehnten ihn an einen Baum. Dafür
mußte der Greifzug erneut ummontiert und
auf einem Ast eines nahen Baumes befestigt werden! Anschließend halfen wir noch
der Feuerwehr Rohrbach bei der Bergung
eines Tretbootes aus dem gleichen Nebenarm. Nach der Verpflegung im FF-Haus Plank/Kamp durch das Bundesheer erhielten die Wehren Glaubendorf, Hohenwarth, Rohrbach und Großmeiseldorf den Auftrag den eingedrungenen Schlamm aus einigen Kellerräumen zu beseitigen. Dies gestaltete sich etwas mühevoll, denn zuerst mußten wir diese Räume ausräumen. Als wir auch diese Arbeit beendet hatten, halfen wir noch angeschwemmtes Treibholz und umgestürzte Bäume aus dem Kamp zu bergen. Zwischendurch fischte HBM Josef Wenzl noch zahlreiche Kanister und Lackdosen aus dem Nebenarm des Kamps. Ca. 16:00 Uhr: Da es wieder stärker zu regnen beginnt und die Arbeiten, mit denen wir betraut wurden, erledigt sind, erhalten die wir den Befehl ins Feuerwehrhaus Plank einzurücken und uns bis 17:30 Uhr in Bereitschaft zu halten! 17:30 Uhr: Brandrat Josef Nestreba (Abschnittskommandant des Abschnitts Ravelsbach) und der örtliche Kommandant (OBI Dantinger) bedanken sich bei der Feuerwehr Großmeiseldorf für den Hilfseinsatz in Plank/Kamp. Von Brandrat Nestreba erfahren wir, daß wir wahrscheinlich am Dienstag, 13. August 2002 nochmals für Aufräumungsarbeiten im Überschwemmungsgebiet benötigt werden. Danach wünscht er uns eine gute Heimfahrt und Gut Wehr! Ca. 18:30 Uhr: Ankunft im Feuerwehrhaus Großmeiseldorf und Herstellen der Einsatzbereitschaft! Kdt. Gerhard Stopfer bedankt sich nochmals für die Mitarbeit und bittet diejenigen, die Zeit haben, sich am Dienstag wieder beim Hilfeinsatz zu beteiligen! 2. Einsatz am Freitag, dem 16. August 2002
Donnerstag,
15. August 2002, abends: Donnerstag abend wurde die Feuerwehr Großmeiseldorf erneut über einen bevorstehenden Einsatz im Hochwassergebiet informiert. Es werden 5 Mitglieder der FF Großmeiseldorf benötigt, welche mit der FF Dippersdorf zusammenarbeiten. Freitag, 16. August 2002 4:15
Uhr: Geplanter Treffpunkt für die
eingesetzten Feuerwehren des 3. Zugs des Katastrophenhilfsdienstes bei der alten
Tankstelle nach Hohenwarth. 4:30 Uhr: Insgesamt setzen sich 11 Fahrzeuge aus dem 3. Zug des Katastrophenhilfsdienstes (KHD) in Richtung des Einsatzortes Spitz/Donau in Bewegung. Eingesetzt sind diesmal unter anderem auch noch die Feuerwehren aus Großwetzdorf, Ravelsbach, Hohenwarth und Ziersdorf 7:45 Uhr: Nach langer Fahrt über das Waldviertel (direkte Verbindung über Krems selbst für Einsatzfahrzeuge gesperrt, daher müssen wir über Gföhl ausweichen) treffen wir um 7:45 Uhr in Spitz an der Donau ein. 8:00
Uhr: Die Feuerwehren werden in
verschiedene Planquadrate aufgeteilt, wobei die Feuerwehren Großmeiseldorf und
Dippersdorf in einen Bereich kommen, wobei die Hauptarbeit bei Keller auspumpen
und Straßenreinigung liegt. Als wir beim Einsatzobjekt
anlangen, steht noch fast das gesamte Kellergeschoß unter Wasser. Bis zur Decke
sind nur noch ca. 20 cm frei (insgesamt stand das Haus noch 1,5 m tiefer im
Wasser). Gemeinsam mit der FF Dippersdorf pumpten
wir den Keller aus. Wie groß der
Keller ist, merkt man erst dadurch, dass die TS
(=Tragkraftspritze) den ganzen Vormittag
im Dauereinsatz ist! Mit dem Wasser
das ausgepumpt wurde, werden die umliegenden
Straßen gereinigt, sowie eine Fußgängerunterführung
vom Schlamm befreit! Noch vor
dem Mittagessen konnte der gesamte Keller leergepumpt werden! Wie angespannt die Lage im Hochwassergebiet ist erkennt man an folgender Situation: Vormittag fahren Lautsprecherwagen der Gendarmerie durch Spitz und fordern die Bevölkerung auf, Trinkwasser vor dem Genuß abzukochen! Als wir vom Mittagessen im Hotel Mariandl (die Feuerwehren waren deswegen im Hotel Mariandl, weil es das einzige Hotel oder Gasthof ist, das vom Hochwasser verschont wurde) zurückkommen, hat sich im Keller des Wohnhauses schon wieder eine größere Menge Wasser gesammelt. Der Grund dafür ist der Grundwasserspiegel, der etwas höher als der Keller liegt. Nachdem wir das angesammelte Wasser wieder ausgepumpt haben, helfen wir noch den Keller fertig auszuräumen, verstauten das verwendete Gerät und fragten um ein neues Einsatzgebiet bei unserem Kommando 03/07 an! Als neues Einsatzobekt bekommen wir das Gasthof „Zum goldenen Schiff“ zugewiesen. Gemeinsam mit einigen freiwilligen Helfern räumen wir den Müllplatz von 10 – 15 cm Schlamm. Der Schlamm wird auf den Parkplatz geleert, von wo er mit Traktoren mit Kippmulden und Frontladern direkt in die Donau geschoben wird. Der restliche Nachmittag
vergeht mit Straßenreinigung, wobei ein baldiges Ende der Aufräumarbeiten
nicht in Sicht ist. Auf den Straßen im Ortskern von Spitz liegt knapp 20 cm
hoch Schlamm, obwohl zahlreiche Traktoren auf etliche Lastwägen Schlamm
aufladen, welcher in die Donau gekippt wird. Durch die Kanäle kann nichts mehr abrinnen, diese sind durch und durch mit
Schlamm verstopft! 17:30 Uhr: Immer wieder beginnt es zu regnen! Ein plötzlicher einsetzender Regenschauer zwingt uns zu einer kurzen Zwangspause, welche wir für eine kurze Stärkung nützen! Die Versorgung der Bevölkerung, der Feuerwehren und sonstigen Hilfskräfte funktioniert hervorragend! 18:00 Uhr bis 19:00 Uhr:
Die eingesetzten Feuerwehren des 3. Zuges der 7.
Bereitschaft des Katastrophenhilfsdienstes treffen nacheinander am Sammelplatz
an der B3 beim Ortsbeginn von Spitz ein, von wo wir gemeinsam nach Krems fahren,
wo die Fahrzeuge aufgetankt werden. Die Rückfahrt verläuft entlang der Donau,
wobei einzelne Streckenabschnitte schon von den Schlammmassen gesäubert sind. Für
den Privatverkehr ist die Strecke allerdings immer noch gesperrt! 20:30 Uhr: Ankunft im Feuerwehrhaus Großmeiseldorf und herstellen der Einsatzbereitschaft für den nächsten Hilfseinsatz im Hochwassergebiet! 3. Einsatz vom Sonntag, dem 18. August 2002
Samstag,
17. August 2002, abends: Samstag abend wurde die Feuerwehr Großmeiseldorf erneut für Aufräumarbeiten im Hochwassergebiet angefordert. Benötigt werden diesmal lediglich 3 Mann für Pumparbeiten! Sonntag,
18. August 2002 5:00 Uhr: Treffpunkt für unsere Feuerwehrmitglieder im Feuerwehrhaus Großmeiseldorf und Abfahrt zum geplanten Treffpunkt für die eingesetzten Feuerwehren des 3. Zugs des Katastrophenhilfsdienstes beim Gasthof Theurer in Glaubendorf! 5:45
Uhr: Nachdem alle Feuerwehren
eingetroffen sind, erfolgt die geschlossene Abfahrt in Richtung unseres
Einsatzortes Frauendorf in der Au. Insgesamt setzen sich 16
Fahrzeuge aus dem 3. Zug des Katastrophenhilfsdienstes
(KHD) in Richtung des Einsatzortes in Bewegung. Darunter befinden sich
jeweils ein Fahrzeug der Feuerwehren aus Rohrbach, Ziersdorf, Kiblitz,
Hohenwarth, Fahndorf, Radlbrunn, Mühlbach, Thern und Maissau sowie einiger
weiterer Wehren! Als wir von Absdorf in Richtung
Bierbaum fahren, sehen wir die ersten Ausläufer des Hochwassers. Seitlich der
Straße stehen auf den Feldern riesige Wasserflächen, die nicht mehr versickern
können. 7:00
Uhr: Arbeitsbeginn kurz nach der
Ortschaft Frauendorf in der Au! Benötigtes
Material:
TS, Tauchpumpe Es wurde eine Transportleitung
aufgebaut und das Wasser mittels Leiter direkt über die S5 in ein angrenzendes Feldstück gepumpt. Von dort hatte sich das „stehende“ Wasser schon eine
Abflußmöglichkeit gesucht, einen Damm unterspült und floß direkt in die in
der Nähe befindliche Au! 18:30 Uhr: Ende der Pumparbeiten für den heutigen Tag! Wie wir nachmessen, fiel der Wasserstand während des Tages um ca. 20 cm. Eine kleine Fläche konnte freigelegt werden! An einer der tieferen Stellen wurde noch eine Wassertiefe von ca. 1,50 m gemessen!!! 19:00 Uhr: Die eingesetzten Feuerwehren fahren zu einer Tankstelle in Absdorf und tanken die Autos sowie die Tragkraftspritzen auf. Anschließend Abendessen im Feuerwehrhaus Bierbaum/Kleebühl. 20:15 – 21.15 Uhr: Ankunft im Feuerwehrhaus Großmeiseldorf, abschließende Reinigung der verwendeten Geräte und herstellen der Einsatzbereitschaft! Kleine Zahlenspielerei zum Abschluß:
In der Hoffnung, dass die nächste
Katastrophe noch weit entfernt ist und
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